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Das "Erste Deutsche Menetekel"
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1988

Am Dienstag, den 10. Mai 1988 erhielt der Staatsratsvorsitzende der DDR, Erich Honecker,einen Einschreibebrief mit Rückschein. Neben dem Anschreiben aus West-Berlin enthielt diese Postsendung auch eine Maxi-Single – eine 30-cm-Vinyl-Schallplatte.

In dem Brief bat der Produzent dieser Schallplatte um die politische Zustimmung zur Veröffentlichung des darauf befindlichen Musikstückes.

Es handelte sich bei diesem Werk um die „Vereinigung“ der beiden Nationalhymnen der Deutschen Demokratischen Republik und der Bundesrepublik Deutschland. Bei beiden Hymnen wurden nicht nur die Texte miteinander neu kombiniert, sondern es wurden auch die Melodien mit dem Text der jeweils anderen Hymne verbunden.

Dieses neue Stück sollte unter dem Titel „DDBR“ (Deutsche Demokratische Bundesrepublik) erscheinen und wurde von einer fiktiven Gruppe mit dem Namen „Eintracht Germany“ vorgetragen.

Damit erhielt Erich Honecker schon an dem besagten Dienstag im Mai 1988 eine Botschaft von dem folgenden, unvermeidlichen Zusammenwachsen der beiden deutschen Staaten.

Seine Weigerung, die Zeichen der Weltzeit richtig zu deuten, veranlasste ihn, die Veröffentlichung dieser kleinen und doch so bedeutsamen Vision zu verbieten. So wurde diese „Performance“ zum Menetekel für Erich Honecker – und somit das „Erste Deutsche Menetekel“ nach 1945.
Brief an Erich Honecker Antwort von Erich Honecker